Galaktobureko
1 l Milch
1 1/2 c Zucker; (1)
1 c Feiner Griess
5 Eier
3 1/2 tb Butter
1/2 kg Phyllo-Teig
3 1/2 c Zucker; (2)
1 sl Zitronenschale
1 c Zitronensaft
2 1/2 c Wasser
1 ds Rosenwasser
Dieser lange und schwer auszusprechende Name laesst
das Herz jeden "Meraklis" (griechisch fuer Kenner,
Gourmet) hoeher schlagen. Es gehoert zu jenen
griechischen Suessspeisen, von denen uns der Verstand
und jeder Arzt abraet, die in dieser Fitness-bewusst
Aera voellig fehlplaziert sind. Die Gattung der
sirupgetraenkten Phylloteignachspeisen wurde im
byzantinischen Hof geschaffen in der spaeteren Periode
des ostroemischen Kaiserreichs (900 bc. bis 1453).
Diese uebernahmen spaeter die Tuerken, wobei heute
faelschlicherweise behauptet wird, es sind originaer
tuerkische Rezepte. Dem wahrlich unbeschreibbaren
Genuss steht eine horrend aufwendige Zubereitung,
wofuer eine Frau (traditionell muss es eine Frau sein;
Feministinnen im Echo, bitte Augen zu) gut einen halben
Tag braucht.
Die Milch mit dem Zucker (1) aufkochen lassen, dann den
Griess unter staendigem Ruehren dazugeben. Auf kleiner
Flamme kochen lassen, bis der Griessbrei dick wird. Die
Eier zusammen mit dem Vanillezucker schlagen. Den
Griessbrei vom Herd nehmen und langsam die Eier
hineinruehren. Auch die Butter dazugeben und gut
verruehren. Diese Creme laesst man jetzt abkuehlen,
indem man von Zeit zu Zeit umruehrt, damit sich keine
Haut bildet.
Eine mittelgrosse Backofenform buttern; die Haelfte der
Phylloblaetter auf den Boden der Form legen, indem man
jede vorher einzeln mit Butter bestreicht. Die Creme
darueber verteilen. Ueberstehende Phylloraender
darueberschlagen, auch diese mit zerlassener Butter
bestreichen. Die restlichen gebutterten Phylloblaetter
darueberlegen. Mit einem scharfen Messer ueberstehende
Raender abschneiden.
Die Oberflaeche mit zerlassener Butter bestreichen und
mit einem scharfen Messer die oberste Schicht in
Portionsgroessen einschneiden. Im mittelheissen
Backofen 30 Min. lang backen.
In der Zwischenzeit bereitet man den Sirup zu: Man kocht
das Wasser zusammen mit dem Zucker (2) und der
Zitronenschale 5 Min. lang und fuegt das Rosenwasser
hinzu. Wenn man den Phyllo-Kuchen aus dem Ofen genommen
hat, giesst man den warmen Sirup drueber.
Bei der *Weinempfehlung* sieht es duester aus: Den
einzigen Wein, den ich kenne, der mehr Zucker hat als ein
Galaktobureko, ist ein Tokay Essencia, ein Nektar im
wahrsten Sinn, denn der Wein enthaelt bis zu 600 g
Zucker/Liter (Honig enthaelt 400 g Zucker pro Liter!).
Man kann es ja probieren. Fuer die Folgen uebernehme
ich keine Haftung :-)))
Am besten geniesst man das Galaktobureko so um 17:00
nachmittags, im Sommer nach einer ausgiebigen Siesta an
einem Kafenion (= Cafe) mit einem vari glikon, also eine
Art griechischen Mokka, schwer und suess und einem Glas
eiskaltem Wasser. Wenn es auch Sommer ist und das Meer
ein paar hundert Meter entfernt ist, dann ist das Leben
in Ordnung.
Ein Rezept von: Nikos Tavridis